Fraunhofer-Arbeitsgruppe

Mikrosysteme für
Mensch-Maschine-Schnittstellen

Seit 2004 besteht zwischen dem Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe und der Fachhochschule Westküste ein Kooperationsvertrag. Damit haben ISIT und FHW die Ansätze des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die Zusammenarbeit zwischen der Fraunhofer-Gesellschaft und den Fachhochschulen zu fördern, ein Jahrzehnt vorweggenommen. Gemeinsamer Ansatz ist die anwendungsorientierte Forschung.

Seit Beginn 2014 fördert die Fraunhofer-Gesellschaft nun die Zusammenarbeit auch finanziell.

Der Erfolg von 10 Jahren Zusammenarbeit ist eine solide Basis für die gemeinsame Arbeitsgruppe:

  • Zahlreiche Absolventinnen und Absolventen der FHW arbeiten im ISIT bis hin zur Promotion, es wurden bisher insgesamt über 50 Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten gemeinsam betreut.
  • Prof. Dr. Ralf Dudde und Dr. Oliver Schwarzelbach vom ISIT nehmen Lehraufgaben an der FHW in der Master-Ausbildung "Mikroelektronische Systeme" wahr. Prof. Dudde ist zudem Honorarprofessor der FHW.
  • Prof. Dr. Michael Berger von der FHW leitet die Arbeitsgruppe gemeinsam mit Prof. Dudde.
  • Dipl.-Ing. (FH) Winfried Schernus von der FHW betreut im Auftrag des ISIT den diskreten Schaltungsentwurf und das Platinenlayout und steht den anderen Arbeitsgruppen in entsprechenden Fragen beratend zur Seite.
  • Weitere Professoren der FHW sind regelmäßig in gemeinsame Projekte eingebunden.

 Weitere Informationen finden Sie in unserem Flyer.

Start der
Arbeitsgruppe 2013

Fraunhofer ISIT und Fachhochschule Westküste gründen gemeinsame Arbeitsgruppe zur Entwicklung neuer Mensch-Maschine-Schnittstellen

Presseinformation 21.11.2013

Das Fraunhofer ISIT und die Fachhochschule Westküste (FHW) erweitern ihre Zusammenarbeit und werden in den kommenden Monaten eine neue gemeinsame Arbeitsgruppe aufbauen. Heute unterzeichneten ISIT-Leiter Prof. Wolfgang Benecke und der Präsident der Fachhochschule Westküste Prof. Hanno Kirsch eine entsprechende Vereinbarung.

Die Arbeitsgruppe unter der fachlichen Leitung von Prof. Ralf Dudde aus dem ISIT und Prof. Michael Berger von der FHW, beschäftigt sich mit der Frage, wie Maschinen oder andere elektronische Geräte in der Zukunft einfacher bedient werden können. Mit Mikrosystemtechnik erfassen z.B. Smartphones schon heute Bewegungen im Raum, erkennen Berührungen, Sprache und Geräusche. Mit neuen Sensoren werden diese persönlichen Assistenten zukünftig auch Gesten erkennen können, das Raumklima der Umgebung überwachen und Sprache vielleicht von den Lippen ablesen. Dabei werden neue Mikrosysteme zusätzliche Anwendungen in der Automobiltechnik, dem Maschinenbau, der Unterhaltungs- und der Medizintechnik finden.

Der Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft unterstützt die Zusammenarbeit in den nächsten vier Jahren mit 1,2 Mio €. Mit diesem Engagement verfolgt die Fraunhofer-Gesellschaft auch die Ziele des Bundesforschungsministeriums (BMBF) und möchte auf diese Weise bundesweit die regionale Vernetzung der Fraunhofer-Institute mit Fachhochschulen stärken, den Austausch mit Fachhochschulabsolventen erleichtern und die Forschungskompetenz von Fachhochschulen stärken. Denn gerade Fachhochschulen sind für Fraunhofer-Institute attraktive Forschungspartner: Die Ausbildungsinhalte von Fachhochschulen berücksichtigen ebenso wie die Forschungsthemen von Fraunhofer-Instituten in besonderer Weise den zukünftig erwarteten Bedarf von Unternehmen in Deutschland.

Die Kooperation zwischen dem ISIT und der FH-Westküste ist die erste Kooperation dieser Art in ganz Norddeutschland; bundesweit werden sieben dieser gemeinsamen Arbeitsgruppen gegründet.

Die neue Zusammenarbeit zwischen der FHW und dem ISIT ließ sich schnell und unkompliziert organisieren, denn durch die Nachbarschaft der beiden großen Forschungspartner an der Westküste hat sich über die Jahre eine enge konstruktive Zusammenarbeit entwickelt, etwa bei der Ausbildung von Studierenden und in gemeinsamer Projekt- und Öffentlichkeitsarbeit. So arbeitet im Rahmen von Unteraufträgen die FHW regelmäßig an ISIT-Forschungsprojekten mit. Mehr als 20 Studierende der FHW haben im ISIT ihr halbjähriges Praxissemester durchgeführt, etwa die gleiche Anzahl arbeitet am ISIT als studentische Hilfskraft. Die Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten – zwei bis drei pro Jahr – umfassen wichtige Forschungsgebiete des ISIT und zeigen auch das fachliche Engagement der Professoren der FHW. Diverse Absolventen fanden ihre berufliche Zukunft als Mitarbeiter am ISIT, einige von ihnen sind auf dem Wege der Promotion.

In der Arbeitsgruppe werden Wissenschaftler der FHW und des ISIT funktionsfähige Systeme zur Maschinensteuerung aufbauen, mit denen die Anwendungsmöglichkeiten neuer Mikrosensoren des ISIT konkret demonstriert werden. Die Arbeiten beginnen mit optischen Systemen zur Gestenerkennung für Maschinensteuerungen und zur Abstandsbestimmung in Kraftfahrzeugen. Von der FHW werden verschiedene Fachleute im ISIT mitarbeiten, aber auch Studierende der FHW werden sich an den Arbeiten beteiligen. Die ISIT-Wissenschaftler, Experten der Mikrosystemtechnik, werden ihre Expertise zur Entwicklung von Silizium-Mikrosensoren einbringen. Mit gemeinsam in der Arbeitsgruppe hergestellten Demonstratoren wollen die Partner neue Industriekunden ansprechen und sie für weiter Forschungs- und Entwicklungsprojekte gewinnen, so dass auf diese Weise die Arbeitsgruppe wachsen kann

Die neue Arbeitsgruppe mit der FHW ist ein weiterer wichtiger Knoten, mit dem sich das ISIT in der Forschungslandschaft vernetzt. Sie reiht sich ein in eine Vielzahl von ISIT-Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen in Norddeutschland und darüber hinaus, wie mit der CAU in Kiel, der HAW in Hamburg, der FH Kiel oder mit der University of Southern Denmark.