ENERGIESYMPOSIUM
WESTKÜSTE


Quelle: Verein zur Förderung von Studium und Transfer e.V. (VFST e.V.)

Netzqualität in Zeiten der Energiewende

Sind Versorgungssicherheit und hohe Netzqualität mit dem wachsenden Anteil Erneuerbarer Energien vereinbar? Dieser Frage widmeten sich mehr als einhundert Ingenieurinnen und Ingenieure aus ganz Norddeutschland in der vergangenen Woche an der Fachhochschule Westküste.

14. September 2015

Auf dem zweiten Energiesymposium Westküste trafen sich am 10. September 2015 Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der Energiewirtschaft. Sie diskutierten die technischen Herausforderungen im Spannungsfeld zwischen Ausbau der Erneuerbaren Energien, Anlageneigenschaften, sicherem Netzbetrieb und Energiehandel. Auf Einladung von Prof. Sven Wanser und Prof. Reiner Schütt von der Fachhochschule Westküste kamen hochkarätige Referenten aus ganz Deutschland nach Heide, um die Veranstaltung mit ihren Impulsen zu bereichern.

Der Präsident der FHW, Prof. Hanno Kirsch, wies in seiner Begrüßungsrede auf die Möglichkeiten der Fachhochschule Westküste hin, durch gut ausgebildete Absolventinnen und Absolventen den Weg der Energiewende erfolgreich mit zu gestalten. Eindrucksvoll informierte Prof. Dr. Martin Wolter von der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg in seinem Impulsvortrag über den Stand der Netzqualität und betonte ausdrücklich die erforderliche Transparenz in den technischen Maßnahmen zur Netzstabilisierung. So sorgt ein Ampelsystem in Verbindung mit einer Abschaltkaskade für das optimale Zusammenwirken der unterschiedlichen Marktteilnehmer. Besonders interessiert waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Möglichkeiten der Einspeiseprognose mit Hilfe von Wetterdaten. Netzbetreiber, Stadtwerker und Direktvermarkter fragten intensiv nach, als Dr. Dominique Ernst über die Erfahrungen eines Übertragungsnetzbetreibers bei extremen Klimabedingungen wie Sonnenfinsternis und Orkanen berichtete. Der abschließende Vortrag von Lars Halfter über den Betrieb eines virtuellen Kraftwerkes mit über 2500 Einzelanlagen zeigte auf,  wie schon jetzt die erneuerbaren Energien als verlässlicher Partner am Regelenergiemarkt teilnehmen.

Die Veranstaltung machte deutlich, wie durch technische Innovationen und durch die Zusammenarbeit der Akteure die Versorgungssicherheit und Netzqualität auf dem hohen Niveau gehalten werden kann, auch wenn das elektrische Netz in den nächsten Jahren noch erheblich mehr Energie aus Sonne und Wind aufnimmt. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, sich im Fachgespräch mit Referenten und Kollegen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Am Ende äußerten viele Teilnehmer den Wunsch nach weiteren Veranstaltungen zu den behandelten Themen.