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Presseartikel aus Dithmarscher Landeszeitung

Gute Noten für Meldorf-Messe

FHW stellt Ergebnis der Befragung von 800 Besuchern und Ausstellern vor

Meldorf – Die Meldorf-Messe 2004 war ein voller Erfolg für Aussteller und Besucher. Das ist ein Ergebnis der Messebefragung der Fachhochschule Westküste. Dieses wurde am Mittwochabend vor 60 Ausstellern und Mitgliedern des Wirtschafts- und Verkehrsvereins (WVV) vorgestellt.

 

Diplom-Kaufmann Oliver Franz, der die Befragung im Auftrag des WVV betreut und ausgewertet hat, stellte auf mehr als 50 Folien einen Teil der Daten vor – der gesamte Ordner ist 200 Seiten stark.

 

„So ein Ergebnis habe ich noch nie für eine Messe erlebt“, fasste Franz das Ergebnis der Zufriedenheit der Befragten zusammen. Dieses lag auf einer Skala von Null bis 100 bei 90. Üblich seien Werte zwischen 60 und 80. Das sei ein Wert, der zeige, dass die Erwartungen bei Ausstellern und Besucher zu ganz großen Teilen erfüllt worden seien. Grundlage für diese Schlussfolgerung ist die Auswertung der Fragebögen von 733 befragten der insgesamt rund 12 000 Besucher und von 92 Ausstellern.

 

Durchweg zufrieden waren die Aussteller in den einzelnen Branchen – zumindest, wenn die Betriebe das Ziel hatten, sich zu präsentieren, Produkte vorzustellen und Kunden zu gewinnen. Wer auf reinen Umsatz hoffte, der wurde womöglich enttäuscht. „Wer auf eine Messe geht, möchte sich meistens informieren und beraten lassen“, machte FHW-Professor Hans-Dieter Ruge deutlich. Auf einer Messe sei der Einkauf von alltäglichen Waren kaum gefragt. Dennoch hatte eine relativ hohe Zahl der Befragten etwas eingekauft: rund 25 Prozent. Noch interessanter ist die Aussage von 26 Prozent der Befragten. Sie wollen eine Anschaffung (Haus, Anbau, Heizung, Wohnen) tätigen. Von diesen haben fast 80 Prozent die Absicht, das Geld innerhalb eines Jahres auszugeben. Aber 50 Prozent wissen noch nicht, wo sie kaufen werden. „Das ist ein ganz klares Signal, dass hier Umsätze möglich sind, um die sie aber kämpfen müssen“, sagte Ruge.

 

Es gab aber nicht nur Lob für den Messe-Ausschuss und den WVV. Kritik übten einige Aussteller über die Vergabe der Standplätze und auch über die Beschriftung der Hallen. Die fehlende Orientierung in den Zelten wurde auch von 45 befragten Besuchern kritisiert. Dies lasse sich aber mit Schildern relativ leicht abstellen, sagte Ruge.

 

Bei der anschließenden Frage-Runde wollte Hermann Sjut wissen, warum der Anteil der unter 40-Jährigen (30 Prozent) so gering ist. Den Grund sieht Ruge im veränderten Freizeitverhalten. „Darauf war das Angebot in Meldorf nicht speziell zugeschnitten.“ Besucher durch Messerabatte anzulocken und dadurch den Umsatz zu steigern, ist für den Marketing-Professor keine Notwendigkeit. „Die Besucher erwarten das nicht automatisch, das ist ein Zeichen, das die Aussteller selbst setzen.“

 

Rolf Hartmann, Vorsitzender des Messe-Ausschusses, will mit den Ergebnissen der Befragung den Ausschuss noch einmal zusammenrufen, um die Ergebnisse zu beraten.

Reinhard Geschke, 29. Okt 2004


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